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Gallup: Fehlende Wertschätzung geht ins Geld

Lob und Anerkennung senken die Kosten. Die direkten Vorgesetzten spielen dabei eine wichtige Rolle. Zu diesem Ergebnis kam das Gallup-Institut in einer Langzeitstudie mit der zentralen Frage: Was macht ein erstklassiges Arbeitsumfeld aus, das die Parameter Produktivität, Rentabilität, Mitarbeiterbindung und Kundenzufriedenheit empor schnellen lässt?

Jeder ist ersetzbar. Daher schenken viele Unternehmen ihren Räumen, Maschinen und technischen Anlagen mehr Aufmerksamkeit und Pflege als ihren Mitarbeitern. Erst wenn talentierte Spitzenkräfte in immer kürzeren Intervallen das Handtuch werfen und der Rest der Meute immer öfter in den Krankenstand flüchtet, dann erst wird der Satz vollständig. Denn jeder ist ersetzbar - aber permanentes Ersetzen kostet Geld. Und auf Dauer kommt das teurer als Mitarbeiter, die bleiben und sich im Sinne des Unternehmens engagieren und weiter entwickeln wollen. Immerhin verursachen Fehlzeiten in Deutschland einen wirtschaftlichen Schaden von 16,2 Milliarden Euro.

Geld ist nicht alles

Was also braucht ein Mitarbeiter um produktiv zu sein und weder innerlich noch tatsächlich zu kündigen? Und was braucht sein Vorgesetzter, damit er das Optimum aus ihm herausholen kann?

Gallup forschte nach und siehe da: Die besten Ergebnisse erzielten Manager, deren Mitarbeiter folgende sechs Fragen positiv beantworteten:

  1. Weiß ich, was bei der Arbeit von mir erwartet wird?
  2. Habe ich die Materialien und Arbeitsmittel, um meine Arbeit richtig zu machen?
  3. Habe ich bei der Arbeit jeden Tag die Gelegenheit, das zu tun, was ich am besten kann?
  4. Habe ich in den letzten sieben Tagen für gute Arbeit Anerkennung und Lob bekommen?
  5. Interessiert sich mein Vorgesetzter oder eine andere Person bei der Arbeit für mich als Mensch?
  6. Gibt es bei der Arbeit jemanden, der mich in meiner Entwicklung unterstützt und fördert?

Die letzten drei Fragen zeigen, wie wichtig positive und wertschätzende Beziehungen am Arbeitsplatz sind. Und gutes Arbeitsentgelt, Zusatzleistungen, der Vorstand oder die Organisationsstruktur nützen gar nichts, wenn der direkte Vorgesetzte nach dem Motto agiert: "Das Ausbleiben von Kritik ist Anerkennung genug."

Die Spitzenkräfte nicht vergessen

Gerade die guten Kräfte brauchen Anerkennung, indem der Vorgesetzte ihnen sagt, warum ihre produktiven Verhaltensweisen so wichtig sind und geschätzt werden – sonst werden sie sie immer weniger praktizieren. Außerdem schafft einseitiges negatives Feedback Verunsicherung: Die Mitarbeiter hören nur von ihren Fehltritten, fokussieren darauf, was sie nicht tun sollen – und verlieren den Blick und vor allem die Motivation für Spitzenleistungen.

Erfolgreiche Führungskräfte graben allerdings ein paar Schichten tiefer. Sie finden die besonderen Stärken ihrer Mitarbeiter heraus, setzen sie ihren Fähigkeiten und Talenten entsprechend ein und lassen sie glänzen. „Stärken stärken“, nennen sie diesen Motivationsturbo. Gleichzeitig wissen sie das Arbeitsumfeld so zu organisieren, dass die Schwächen des Einzelnen elegant umschifft oder von anderen ausgeglichen werden, die genau da ihre Stärken besitzen.

Wertschätzung und Anerkennung, die Stärken stärkt, schaffen eine positive emotionale Bindung an das Unternehmen. Und die Beziehung zum unmittelbaren Vorgesetzten wirkt sich stärker auf Leistung und Arbeitseinstellung aus als äußere Einflüsse wie die Angst um die Wirtschaftskrise.

Gallup liefert die Zahlen:

Unternehmen, denen es gelingt, eine starke emotionale Bindung ihrer Mitarbeiter zu sich aufzubauen, können sich freuen, denn:

Die ungewollte Fluktuation sinkt um durchschnittlich 44%, die Produktivität steigt um 50%, Kundenbefragungsergebnisse erreichen um 56% bessere Werte, und die Rentabilität erhöht sich um 33%.

Allerdings empfinden nur 13% der Mitarbeiter eine hohe emotionale Bindung zu Ihrem Unternehmen, 66% fühlen sich wenig gebunden und 21% haben innerlich gekündigt. Insgesamt erklärt nur jeder fünfte Arbeitnehmer, dass er für gute Arbeit Lob und Anerkennung erhält. Es herrscht also Handlungsbedarf.

Quelle:

Marcus Buckingham, Curt Coffman
Erfolgreiche Führung gegen alle Regeln
Wie Sie wertvolle Mitarbeiter gewinnen, halten und fördern
Konsequenzen aus der weltweit größten Langzeitstudie des Gallup-Instituts
Frankfurt/Main (Campus Verlag), 3. Auflage 2005

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